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redaktion
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Ja,
moin erst mal. Dies wird nun wohl das letzte Mal sein, daß ich meine Meinung
und meine Lebenserfahrung an Euch weitergeben werde, denn ich werde ja
auch nicht jünger und meine Augen sind in letzter Zeit so schlecht geworden,
daß ich das Lesen und Schreiben leider aufgeben muß, so leid mir das auch
tut. So, das nu erst mal vorneweg, aber nu will ich auch zu dem eigentlichen
Thema der Ausgabe kommen: Die Schule!! Was hatten wir das damals auch
stur. Tach für Tach mußten wir auf den harten Schulbänken sitzen und immer
die Hände schön auf dem Tisch. Stocksteif saßen wir da und hörten aufmerksam
zu, was der Lehrer sagte. Und wehe, es hörte mal jemand nicht zu, dann
gab´s gleich einen mit dem Stock auf die Finger. Wir hatten auch meist
nur einen Lehrer, der uns in allen Fächern unterrichtete. Lesen, Schreiben
und Rechnen, mehr lernten wir früher ja gar nich. Das gab´s ja auch gar
nich, daß mal ein Kind zur höheren Schule geschickt wurde, nein, wir gingen
alle zusammen inne Volksschule. Alle Nachbarskinder waren in einer Klasse,
egal ob sie in der ersten oder in der neunten waren. Wenn der Lehrer den
kleineren etwas erklärte, dann hatten die älteren ihre Aufgaben zu machen.
Es kam ja nicht vor, daß man mal gar nichts machte, oder gar ´ne Freistunde
hatte. Morgens wurden als erstes immer die Finger kontrolliert. Wenn die
nicht sauber waren, dann gab´ es ein riesen Theater, und wenn man Pech
hatte, dann mußte man, nachdem man sie gewaschen hatte, den ganzen Tach
inne Ecke stehen. Oh, was taten einem dann die Füße immer weh. Und man
mußte auch noch die ganze Strecke nach Hause laufen. Das war ja nicht
so wie heute, wo alle Schulkinder vom Bus abgeholt werden, nein, wir mußten
jeden Morgen erst mal fünf Kilo-meter laufen, bis wir in der Schu-le waren.
Was war das doch immer schlimm, vor allem im Win-ter, wenn es schneite
und eisig kalt war. Und da wir nur ein Fahrrad hatten, das mein Vater
zum transportieren der Milch-flaschen brauchte, blieb uns nichts anderes
übrig als zu laufen. Wenn ich mir das dann heute so angucke, die Kinder,
wenn sie achtzehn werden, bekomen sie sofort ein Auto, mit dem sie dann
jeden morgen zu Schule können. Die fahren ja nicht mal mehr bei schönem
Wetter mit dem Rad, so verwöhnt sind die heutzutage. Nee, da herrscht
ja keine Regel und kein Recht mehr. Kinder haben einfach zu viele Freiheiten.
Wenn meine Enkel mir manchmal erzählen, wie es bei Ihnen im Klassen-zimmer
zugeht, da schlage ich doch die Hände über dem Kopf zusammen. Mittlerweile
frage ich auch schon gar nicht mehr, das ist nicht gut für meinen Blut-druck.
Die tanzen den Lehrern ja auf der Nase herum. Das hättenwir uns damals
man mal erlauben sollen!! Ja, die Jugend. Was war das bei uns doch noch
schön ruhig und sinnig damals. Die Zeiten sind hektisch geworden und darum
werde ich mich jetzt auch völlig zur Ruhe setzen, d.h. ich werde auch
nicht mehr für VENTIL schreiben. So kann ich meinen Lebensabend noch so
richtig genießen. So, Oma Pupkes sagt tschüß und wünscht Euch noch viel
Spaß weiterhin mit VENTIL.
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