rubriken [oma pupkes]
SCHULE

 

ausgaben           
| 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 |
| 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |

rubriken             
| cd-tip | oma pupkes | heute geh ich |
|
ich hasse | highlights

redaktion           

Ja, moin erst mal. Dies wird nun wohl das letzte Mal sein, daß ich meine Meinung und meine Lebenserfahrung an Euch weitergeben werde, denn ich werde ja auch nicht jünger und meine Augen sind in letzter Zeit so schlecht geworden, daß ich das Lesen und Schreiben leider aufgeben muß, so leid mir das auch tut. So, das nu erst mal vorneweg, aber nu will ich auch zu dem eigentlichen Thema der Ausgabe kommen: Die Schule!! Was hatten wir das damals auch stur. Tach für Tach mußten wir auf den harten Schulbänken sitzen und immer die Hände schön auf dem Tisch. Stocksteif saßen wir da und hörten aufmerksam zu, was der Lehrer sagte. Und wehe, es hörte mal jemand nicht zu, dann gab´s gleich einen mit dem Stock auf die Finger. Wir hatten auch meist nur einen Lehrer, der uns in allen Fächern unterrichtete. Lesen, Schreiben und Rechnen, mehr lernten wir früher ja gar nich. Das gab´s ja auch gar nich, daß mal ein Kind zur höheren Schule geschickt wurde, nein, wir gingen alle zusammen inne Volksschule. Alle Nachbarskinder waren in einer Klasse, egal ob sie in der ersten oder in der neunten waren. Wenn der Lehrer den kleineren etwas erklärte, dann hatten die älteren ihre Aufgaben zu machen. Es kam ja nicht vor, daß man mal gar nichts machte, oder gar ´ne Freistunde hatte. Morgens wurden als erstes immer die Finger kontrolliert. Wenn die nicht sauber waren, dann gab´ es ein riesen Theater, und wenn man Pech hatte, dann mußte man, nachdem man sie gewaschen hatte, den ganzen Tach inne Ecke stehen. Oh, was taten einem dann die Füße immer weh. Und man mußte auch noch die ganze Strecke nach Hause laufen. Das war ja nicht so wie heute, wo alle Schulkinder vom Bus abgeholt werden, nein, wir mußten jeden Morgen erst mal fünf Kilo-meter laufen, bis wir in der Schu-le waren. Was war das doch immer schlimm, vor allem im Win-ter, wenn es schneite und eisig kalt war. Und da wir nur ein Fahrrad hatten, das mein Vater zum transportieren der Milch-flaschen brauchte, blieb uns nichts anderes übrig als zu laufen. Wenn ich mir das dann heute so angucke, die Kinder, wenn sie achtzehn werden, bekomen sie sofort ein Auto, mit dem sie dann jeden morgen zu Schule können. Die fahren ja nicht mal mehr bei schönem Wetter mit dem Rad, so verwöhnt sind die heutzutage. Nee, da herrscht ja keine Regel und kein Recht mehr. Kinder haben einfach zu viele Freiheiten. Wenn meine Enkel mir manchmal erzählen, wie es bei Ihnen im Klassen-zimmer zugeht, da schlage ich doch die Hände über dem Kopf zusammen. Mittlerweile frage ich auch schon gar nicht mehr, das ist nicht gut für meinen Blut-druck. Die tanzen den Lehrern ja auf der Nase herum. Das hättenwir uns damals man mal erlauben sollen!! Ja, die Jugend. Was war das bei uns doch noch schön ruhig und sinnig damals. Die Zeiten sind hektisch geworden und darum werde ich mich jetzt auch völlig zur Ruhe setzen, d.h. ich werde auch nicht mehr für VENTIL schreiben. So kann ich meinen Lebensabend noch so richtig genießen. So, Oma Pupkes sagt tschüß und wünscht Euch noch viel Spaß weiterhin mit VENTIL.

OMA
PUPKES
[Imke]
JOHANN! [Februar 1998]
auf Tour
[Dezember 1998]
Was kommt nach der Schule
[Februar 1999]
die Konfirmation
[April/Mai 1999]
SCHULE
[Juni 1999]

 

Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de