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WAS KOMMT NACH DER SCHULE?

 

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Moin, moin, da bin ich wieder. Das Thema, über das ich Euch heute was erzählen will, heißt "Was kommt nach der Schule". Das ist ja sowas von aktuell für mich, weil ja meine Enkelin dieses Jahr aus der Schule kommt.Dann hat die ihr Abitur. Da bin ich ja so stolz drauf! Damals, als ich noch jung war, und die Schulbank drucken mußte, da war das ja ganz anders. Da hatte man ja gar nicht die Möglichkeit zum Gymnasium zu gehen. Da gingen ja nur die Kinder von den Studierten hin. Wir kamen gleich nach der Volksschule zum Bauern und mußten als Meid oder Knecht arbeiten. Wir waren ja auch nich so schlau, wie die Kinder heute. Was meine Enkelin alles weiß, da ist das Ende von wech. Sie zeigt mir ja manchmal ihre Hausaufgaben und ich frach dann immer: "Und sowas lernt ihr inner Schule?" Die ganzen riesigen Zahlen und Zeichen, die die Kinder heutzutage in Mathematik lernen müssen, die hab ich ja mein Lebtag noch nicht gesehen. Aber meine Enkelin, die rechnet mir so eine Aufgabe in Null Komma Nichts aus. Wir waren früher schon froh, wenn wir das Einmaleins von sechs kannten. Aber heutzutage ist das alles anders. Wir Alten kommen da gar nicht mehr mit klar. Allerdings brauchten wir das früher auch gar nicht zu wissen. Wie man melkte, daß lernte man schon zu Haus und das reichte vollkommen aus. Aber meine Enkelin, die will ja Journalistin werden. Dafür will sie sogar studieren, Ohh, ich bin ja sowas von stolz. Und das bei uns inne Familie. Bevor sie studieren, will sie aber noch so ein, wie heißt das noch mal, ich hatte mir das doch hier irgendwo aufgeschrieben, ah ja, ich hab ,5: ein Volontariat will sie machen. Sie mußte dafür sogar eine Bewerbung schreiben. Früher haben die Eltern einfach bei den Bekannten gefragt, ob man da nicht arbeiten könnte. Aber meine Enkelin, die hat eine ganze Reihe von Bewerbungen geschrieben. Mit Lebenslauf und Zeugnis und was da noch alles so bei gehört. Und nun ist sie ja auch eingeladen worden von so ner Zeitung, zu nem Einstellungstest und nem Vorstellungsgespräch. Ich war ja so aufgeregt, ob das auch wohl alles gut ginge. Aber meine Enkelin, die ist da einfach hingefahren und hat da mit den Leuten gesprochen. Die jungen Leute, die sind da ja ganz anders als wir damals. Man mochte ja oft gar nicht seine Meinung sagen. Aber wie sagte mein Vater immer so bedeutend: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre!!" Ob sie den Job nun bekommt, steht noch nicht fest. Das entscheidet sich nächste Woche. Was ist das alles ,ne Aufregung für so ein junges Ding. Sie muß da nu ,ne ganze Woche warten, bis sie ,ne Antwort bekommt. Das ist nicht gut fürs Herz, ständig aufgeregt zu sein, ob man die Stelle nun kriegt, oder nich. Und man weiß ja auch nicht, was ist, wenn sie die Stelle nu nich bekommt. Aber meine Enkelin, die hat noch ein anderes Angebot. Sie hat ja mehrere Bewerbungen geschrieben. Sie kann noch ein Praktikum machen, bei einem Radiosender. Aber da muß sie dann auch wieder so weit weg, der ist nämlich in Hannover ganz. Gott sei Dank wohnt da noch ein Enkel von mir, bei dem sie dann vielleicht wohnen könnte. Sie wäre ja sonst ganz allein in der großen Stadt. Sie kennt sich da ja auch kaum aus. Ist da bloß mal gewesen zum Einkaufen mit ihrer Freundin. Aber meine Enkelin, die macht sich glaub ich viel weniger Sorgen als ich. Die jungen Leute heutzutage haben ja auch überhaupt keine Angst mehr vor so großen Städten. Die fahren da einfach so hin, fragen nach dem Weg, wenn sie nicht weiterwissen und fahren sogar mit diesen U-Bahnen, wo sich doch immer so komisches Volk aufhält. Wir hätten uns das damals bestimmt nicht gertraut. Meine Tochter ist ja auch so dafür, daß meine Enkelin nach Hannover geht. Erfahrungen soll sie sammeln. Das mach ja auch wohl stimmen, aber ich finde das doch ein bißchen zu gefährlich für so ein junges Mädchen. Auch, wenn es nur für vier Wochen wäre, so lange soll das Praktikum nämlich dauern. Als ich jung war, da gabs so was gar nicht, Praktikum. Aber heute müssen se das ja alle machen. Jaja, die Zeiten haben sich geändert. Die Kinder müssen ja sogar schon Bewerbungen schreiben. Dabei hätte ich unseren Nachbar mit seinem Landmaschinenhandel leicht mal ehm fragen können, der hätte meine Enkelin sofort genommen, aber nee, es mußte ja unbedingt eine Bewerbung sein. So, zuviel Aufregung tut meinem Herzen nicht gut, also, bis zum nächsten Mal. Eure Oma Pupkes!

OMA
PUPKES
[Imke]
JOHANN! [Februar 1998]
auf Tour
[Dezember 1998]
Was kommt nach der Schule
[Februar 1999]
die Konfirmation
[April/Mai 1999]
SCHULE
[Juni 1999]

 

Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de