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KONFIRMATION

 

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Wie jedes mal in VENTIL, will ich natürlich auch in dieser Ausgabe meine Meinung vertreten. Diesmal zum Thema Konfirmation. Was war das früher immer eine Aufregung, wenn jemand in der Familie Konfirmation hatte. Und es kam natürlich häufig vor, weil die Familien früher ja viel größer waren, als heute. Ich erinnere mich noch genau daran, wie das damals bei mir war. In meinem Jahrgang waren zehn Mädchen und zwölf Jungen, die konfirmiert wurden. Jeden Mittwoch Nachmittag um drei Uhr mußten wir für zwei Stunden ins Gemeindehaus zum Unterricht. Und was hatten wir immer für eine Angst vor dem Pastor, da war das Ende von weg. Heute ist das ja ganz anders. So ein Pastor, der ist ja überhaupt keine Re-spektperson mehr für die Kinder. Wir versteckten uns noch jedesmal im Garten, wenn der Pastor bei und zu Besuch war. Das er uns bloß nicht zu sehen bekam!!! Und natürlich gingen wir auch jeden Sonntag in die Kirche. Das war Pflicht. Ich mag Euch gar nicht erzählen, was demjenigen blühte, der mal nicht da war... Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, jeden Mittwoch Nachmittag zum Unterricht. Wir saßen da dann stocksteif auf unseren Stühlen und hörten ganz aufmerksam zu, was der Pastor uns erzählte. Und später mußten wir dann die Hausaufgaben auswendig vortragen. Und wehe es hatte mal jemand nicht gelernt, oder stockte beim Aufsagen. Wir fingen schon immer gleich nach dem Unterricht zu Hause an zu lernen, daß wir das ja bis zur nächsten Woche konnten. Und das war viel. Zwei Seiten aus der Bibel waren nichts. Die Kinder heutzutage wissen ja gar nicht mehr, wie die Bibel aussieht. Meine Enkel, die lernen ja rein gar nichts. Wenn ich die mal Frage, was denn im Alten Testament drin steht, dann heißt es immer gleich: haben wir noch nicht gemacht. Ich mach wohl bald mal zu dem Pastor hin, und ihm sagen, daß das ja so wohl nicht geht. Unsereins kann die ganze Bibel noch auswendig, und die Kinder heute lernen nichts mehr. Damals gab es eine Woche vor der Konfirmation noch eine Prüfung. Heute nennt sich das Vorstellungsgottesdienst. Da wird dann nur noch gesagt, wer denn alles konfirmiert wird dieses Jahr. Bei uns damals, da wurde man richtig geprüft. Wir mußten alle fünf Hauptstücke aus dem Gesangbuch aus-wenig lernen und wurden dann vor versammelter Gemeinde abgefragt. Und wer das nicht konnte, der wurde nicht konfimiert, so einfach war das. Die Kinder hatten ja auch so viel gelernt, die konnten immer alles. Heute müssen sie nur noch ihren Konfirmationsspruch aufsagen. Das ist eigentlich ziemlich lächerlich. Aber was solls. Das ist der Lauf der Zeit. Eine Konfirmation hat ja heute auch gar nicht mehr den Stellenwert, wie damals. Heute hoffen ja alle Kinder nur noch auf viel Geld, damit sie sich was Schönes kaufen können. Nicht, daß ich meinen Enkeln nichts gönnen würde, aber Konfirmation ist doch sowas Schönes, das sollte man doch nicht so verkommen lassen. Ich glaub, ich muß mich mal hinsetzen mit meinen Enkeln und mit ihnen die Bibel besprechen, aber wie ich sie kenne, werden sie mich wohl nur auslachen.... Da ist sie hin, die schöne Konfirmation. Was haben wir uns da früher immer drauf gefreut, auf die Urkunde, die man bekam, das Abendmahl, an dem man teilnehmen durfte. Geld bekam man ja auch gar nicht. Höchstens ein schönes Gesangbuch und Porzellan für die Aussteuer. Ist aber wohl nicht zu ändern. Also bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen aus Berumbur!!!

OMA
PUPKES
[Imke]
JOHANN! [Februar 1998]
auf Tour
[Dezember 1998]
Was kommt nach der Schule
[Februar 1999]
die Konfirmation
[April/Mai 1999]
SCHULE
[Juni 1999]

 

Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de