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Heute ist einer der typischen PP-Tage: Pech und Peinlichkeiten en gros! Es fing schon nach dem Frühstück und vor der Schule an: Zuerst wollte ich meine am vorigen Tage abgespeicherten Hausaufgaben ausdrucken, aber der Computer, eine dieser unübertroffen blöden Erfindungen des 20. Jahrhunderts, soff mir unter den Fingerspitzen ab (was mir Herr Januszszkilewytkz aber nicht glaubte und mir eine 6 verpaßte). Dann wollte ich mich galant auf mein Holland-Rad schwingen, aber nach den ersten Metern war die Kette durch. Also mußte ich das Schrottrad meines Vaters nehmen. In der Schule hatten wir natürlich die ersten beiden Stunden Sport. Ich veräußerte mich total, aber weil ich so erschöpft war und nicht mit den anderen die Geräte abräumen konnte, verpaßte mir Frau Graustufe eine 6 wegen mangelnder Mitarbeit. Naja. Nach dem Sport wollte ich duschen, aber der Duschraum war angefüllt mit kleinen, fetten, stinkenden Kindern, die sich nicht unter eine Dusche bequemen wollten, sondern jeweils circa drei Duschen besetzen mußten. Also verbrachte ich diese langweiligen Französisch-Stunden nach Schweiß stinkend. Danach hatten wir zum Glück frei. Zu Hause angekommen wollte ich mich duschen; mußte aber erfahren, daß meine Mutter das Bad renovieren ließ und es da wie in Berlin im zweiten Weltkrieg aussah. Keine Fliesen, kein Boden, kaum noch Decke und natürlich keine Dusche Also mußte ich mich gezwungenermaßen in der Küche waschen. Wer außer mir ist schon gezwungen, sich die Genitalien da zu waschen, wo sonst Fleisch gekloppt wird? Danach fuhr ich in die Stadt. Auf Mittagessen hatte ich echt keinen Bock. Ich wollte mir in der Stadt was Leckeres hinter die Binde kippen. Naja. Meine Mutter bat mich, eine Packung Pflaster für sie mitzubringen, also ging ich zu einem Billig-Markendiscounter. Da ich keine Tasche mehr frei hatte, verlangte ich für die Pflaster eine Plastiktüte, wofür man mir zwanzig Pfennig extra berappte, was aber nicht das Schlimmste daran war. Das Schlimmste war die auf die Tüte gedruckte Werbung: ALLDAYS ULTRA, eine Damenbindenplastiktüte hatte man mir untergejubelt. Also war ich gezwungen, mit dieser Damenbindenplastiktüte unterm Arm durch die Straßen unserer Fußgängerzone zu flankieren. Du kennst doch sicher unsere Fußgängerzone? Da läuft vielleicht eine Handvoll Leute rum. Vielleicht sind's auch weniger - auf keinen Fall aber mehr. Denkste! Die Fußgängerzone war belebter als ein Tropfen Sperma. Milliarden Menschen sahen mich mit schiefen Gesichtern an und sagten sich: "Was ist das denn? Ein Junge oder ein Mädchen?" - "Ein Mädchen. Hat doch ‘ne Damenbindenplastiktüte unterm Arm!" Bis vor ein paar Minuten hätte man noch gesagt, ich wäre ein Junge, dem man zufällig so ‘ne dumme Plastiktüte untergeschoben hat. Aber der Frisör hatte mich Minuten zuvor so verschandelt, daß ich allenfalls als ein sehr männliches Mädchen durchgehen würde. Als ich dann endlich den Gesichtern entwischen konnte und nach Hause fuhr, mußte ich entdecken, daß unsere Haustür verschlossen war. Meine Mutter rief mir vom Wohnzimmerfenster aus zu, das Schloß wäre kaputt und bis der Schlüsseldienst endlich kommen würde, würde niemand das Haus betreten oder verlassen können. Der kam aber auch bald. Aber auch nur, wenn man "bald" mit nach fünfeinhalb Stunden übersetzen kann. Dann legte ich mich endlich in mein Bettchen. Du kennst doch mein Bett? Dieses klapprige Hochbett, wo man anderthalb Meter überm Erdboden liegt? Naja. Nach ein paar Sekunden lag ich nicht mehr anderthalb Meter überm Erdboden, sondern eher parterre - Lattenrost durchgebrochen. Und ehe ich endlich einschlafen konnte, mußte unbedingt noch unsere hirnlose fette Katze ankommen, nur um mir auf die Bettdecke zu kotzen. Das Vieh hatte wohl mal wieder Gras gefressen. Und das nicht zu knapp. Ich glaub, morgen nehme ich mir frei und krall mir’n Strick...
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Stand:
6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum - miraculum@aurich.de
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