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FALLSCHIRMSPRINGEN

 

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Es ist cool. Es ist spektakulär. Es gibt vermutlich den besten Kick seit Surfen oder Bungee-Jumping. Die Rede ist von FALLSCHIRMSPRINGEN. Mit einem Haufen Stoff auf dem Rücken konkret erfahren, was Erdbeschleunigung in der Praxis heißt. Martin (18) und Keno (auch) sind einfach gesprungen.

VENTIL: Wie seid Ihr an das Fallschirmspringen gekommen?

Martin: Über die Bundeswehr! Mein Vater ist bei der Bundeswehr und...

Keno: Das hört sich so an als ob er sonst was wär!

Martin: ...und da haben wir das vermittelt bekommen!

VENTIL: Wie vermittelt bekommen? Kann man da...

Keno: Das war eigentlich anders. Wir haben ein bißchen viel getrunken und dann haben wir aufgezählt, was wir im Leben so machen wollten. Und da war Fallschirmspringen dabei. Und da haben wir uns prompt erkundigt und haben herausgefunden, daß man bei der Bundeswehr billig springen kann.

VENTIL: Also kann das jeder machen im Prinzip.

Keno: Ja, das kann jeder machen..

VENTIL: Und was kostet das ganze?

Keno: Für Bundeswehrangehörige kostet das 410 Mark für fünf Sprünge und für normale Leute, Zivilisten 570 Mark.

VENTIL: In welchem Zeitraum findet das ganze statt?

Keno: Je nach Wetterlage!

Martin: Es darf nicht viel Wind sein und es sollte auch nicht regnen. Wir haben eine Woche dafür gebraucht. Wir haben also erst Theorie gemacht und am Boden erst so ein bißchen geübt und dann eben fünf Sprünge.

VENTIL: Wo war das?

Martin: Memmingen! Bei Augsburg.

VENTIL: Wie sah das Training genau aus?

Keno: Wir sind noch mit so altmodischen Schirmen gesprungen! Die fliegen ziemlich schnell nach unten. Vier Meter pro Sekunde. Und dann muß man halt die Landung üben, weil sonst kann man sich ziemlich wehtun.

Martin: Man steht auf einem Kasten und muß die Landerolle üben. Auf Gras. Auf Beton. (Gelächter) Was ziemlich schmerzhaft ist

Keno: Manche Idioten fallen sogar aus 600 Metern auf Beton auf’n Arsch!

Martin: Und können dann vier Wochen lang nicht sitzen.

VENTIL: Mußtet Ihr vor dem Sprung erst noch eine Prüfung machen?

Martin: Nein, daß kann jeder machen der das Training gemacht hat. Der Fallschirmsprunglehrer beurteilt das dann, ob Du springen kannst oder nicht.

VENTIL: Ist der erste Sprung alleine oder im Tandem?

Martin und Keno: Immer alleine!

VENTIL: Aus welcher Höhe seid Ihr abgesprungen?

Keno: Wir sind ...

Martin: Sag die Fußzahl, daß hört sich besser an!

Keno: Die Fußzahl!

Martin: Ähh! 1800 Fuß!

VENTIL: 1800 Fuß sind 100 Meter oder was?!?

Keno: Hehe, 600 Meter

Martin: Du mußt auch alles kaputt machen!

VENTIL: Was war das den für ein Gefühl da oben zu stehen vor dem ersten Sprung?

Keno: Überhaupt keine Angst. Wir haben uns gar nicht fast vor Angst in die Hose geschissen. Wir waren absolut lässig.

Martin: Das allergeilste war der erste Sprung. Keno springt und dann mußte er noch mal neu anfliegen, weil Du kannst ja nur in einem bestimmten Bereich abfliegen, weil da eine Bundesstraße war. Und Keno ist abgesprungen als erster und ich saß noch im Flugzeug und da konnt ich auch nicht mehr kneifen, wo Keno schon abgesprungen und du eh schon im Flugzeug sitzt. Der Anflug hat so eine Minute gedauert. Das war die längste Minute meines Lebens.

Keno: So lange Du unten sitzt geht das, aber sobald du ins Flugzeug einsteigst; so eine Angst.

Martin: Aber auch nur beim ersten Sprung, wenn der erste Sprung vorbei ist, ist es ok.

VENTIL: Und ist irgendetwas besonderes passiert.

Martin (lachend): Keno ist auf den Hintern gefallen aus 600 Metern und konnte vier Wochen lang nicht sitzen.

Keno: Man muß eine Landerolle machen. Erst mit den Füßen, dann mit den Armen und dann über die Seite über den Rücken abrollen.

Martin: Und Keno ist auf Beton runter gekommen und wollte die Landerolle nicht machen, weil der Beton zu hart ist und hat sich gedacht, fall ich halt auf den Hintern.

Keno: Das ist eigentlich nicht ungefährlich. Man kann sich auch die Beine dabei brechen. Da hab ich noch Glück gehabt.

Martin: Oder beim ersten Sprung als mir der Schirm nicht aufgegangen ist.

Keno: Wenn man nicht korrekt aus dem Flugzeug springt, sondern unregelmäßig die Arme hochhält und rumhampelt, dann kann sich der Schirm verwirbeln.

Martin: Und das ist bei mir passiert beim ersten Sprung.

Keno: Und dann mußt so ein paar Übungen, Bewegungen machen, damit sich der Schirm wieder entheddert.

Martin: Das übt man auch vorher alles. Da hatte sich halt die Fangleine verheddert. Und normalerweise muß der Schirm nach vier Sekunden auf sein. Ich guck nach oben und dann flatterte das da oben so’n bißchen. Da bin ich auch leicht in Panik geraten. Als er dann auf war, war ich schon fast unten und war froh, daß ich ihn aufbekommen hatte und hab dann vergessen die Füße zusammen zu nehmen.

Keno: Auch wieder gefährlich.

VENTIL: Der Fallschirm geht also eigentlich sofort nach dem Absprung auf?

Keno: Wir sind mit einer Leine ans Flugzeug gebunden. Und die Leine zieht den Fallschirm aus dem Sack den du auf dem Rücken hast.

VENTIL: War das ein großes Flugzeug? Und saßet Ihr alleine im Flugzeug?

Keno: Das haben wir beide alleine gemacht! Im Flugzeug haben vier Springer Platz. Das war eine kleine Chessna. Normales Propellerflugzeug.

Martin: Wir waren zu zweit und dann war noch der Aussetzer da, der dir beim rausspringen hilft, weil der Sack, den du auf dem Rücken hast wiegt 30 Kilo. Und da ist eine Wanne im Flugzeug, da würdest du normalerweise reinfallen, deswegen schubst er dich raus.

Keno: Also so wie im Film, daß du selbst entscheiden kannst, ist nich. Du sitzt da und du wirst mehr rausgeschoben.

VENTIL: Würdet Ihr noch mal springen? Keno: Sofort, ja! Es macht unheimlich Spaß. Der Nachteil: Es kostet auch ziemlich viel Geld auf die Dauer. Wenn Du zum Biespiel eine richtige Ausbildung machen willst, daß du selber springen darfst ohne Leine, dann mußt du schon 3000 Mark berechnen

Martin: Du brauchst ungefähr 60 Sprünge, bist du alleine springne darfst.

Keno: Pro Sprung ca. 40 bis 50 Mark Martin: Und dann noch Prüfungsgebühren und alles.

VENTIL: Und habt Ihr sonst noch was zu erzählen?

Keno: Nö eigentlich nichts. Außer daß ich eine Woche mit Martin auf einem Zimmer leben mußte und das die Qual meines Lebens war.

VENTIL: Wart Ihr in der Bundeswehr untergebracht?

Keno: Ja.

Martin: Mit Scheiß-Verpflegung. Truppenverpflegung! Und Keno hat die ganze Zeit geredet im Schlaf.

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...SURFEN [Dezember 1997, Mareke]
...SCHWARZANGELN
[Februar 1998, Klaus]
...FALLSCHIRMSPRINGEN
[Juli 1998, Klaus]
...ZUR MUSTERUNG
[Dezember 1998, Klaus]
...SKIFAHREN
[Februar 1999, Mareke]
...NACH LONDON [Juni/Juli 2000], Anika]

 

Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de