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CAKE

 

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CAKE
von Evelyn

Erinnert sich noch jemand an Gloria Gaynors alten Glam-Discohit "I will survive"? Letzten Sommer tauchte dieser als sarkastisch-verzweifelte Coverversion vereinzelt bei unseren Musiksendern auf. Was kaum einer wahrnahm - und so sind aus den Interpreten hierzulande auch nicht die gefeierten Stars geworden, die sie in Übersee darstellen: Es geht um Cake. Die fünf Mitglieder hatten ihre ersten Erfolge in ihrer kalifornischen Heimatstadt Sacramento, sind so um die 30 und lieferten 1996 mit "Fashion Nugget" ihr zweites Album ab. Aus Begeisterung über eben erwähnten Song nahm ich es auf mich, wochenlang beim inzwischen verschwundenen Redenius auf die bestellte CD zu warten, nicht ahnend, was da Einzigartiges auf mich zukam.

Ich wurde absolut nicht enttäuscht! Das Album läßt sich kaum in ein Genre pressen. Rock, könnte man am unverbindlichsten sagen, dazu Elemente vieler anderer Stilrichtungen (sehr präzise!). Auf jeden Fall spielen Bass, Gitarre und eine sehr eindrucksvolle Trompete die tragenden Rollen. Dazu kommt der Gesang! Ob Sänger und Frontman John McCrea melancholisch-enttäuscht ("Friend is a four letter word") seine vernichtende Meinung zum Besten gibt oder enthusiastisch ein italienisches Ledersofa besingt - immer sind die Texte voll Humor und Ironie. Wenn von Frank Sinatra oder von Daria, die nicht küssen kann, von einem besessenen Rennfahrer ("The Distance") oder von einem just sitzengelassenen "She’ll come back to me") die Rede ist, hat man das Gefühl, irgendwo da draußen zu sein - in einem herrlich siffigen Diner am Highway zum beispiel, während Johns Stimme aus einer verlassenen Radiostation zu kommen scheint. Fall das jetzt nach "On the road again" und "Mein Brummi ist der König der A31" klingt - ganz falsch. Einige Stücke, wie beispielsweise "Sad songs an waltzes" erinnern in ihrer Getragenheit an Dean Martin, dann wieder funken einem fröhliche Mitsing-Hymnen dazwischen. Diese CD ist auf jeden Fall zeitlos und bemerkenswert anders, und falls Redenius sie doch nicht hätte liefern können, wäre mein Leben ein Stück ärmer.

 

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Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de