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ALANIS MORISSETTE

 

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ALANIS MORISSETTE
von Mareke & Klaus

Wer kannte ihre letzte Scheibe nicht? Vor etwa 3 Jahren gehörte ihre CD zum Standardprogramm in jedem CD-Regal und die Singleauskopplung war Garant für Partystimmung auf der Tanzfläche. Geliebt, zu Tode gehört und in den Tiefen des CD-Ständers begraben, geriet sie schließlich fast in Vergessenheit. Doch kurz bevor sie endgültig in der Versenkung verschwand, kam ihre neue CD auf den Markt.

"Supposed former Infatuation Junkie" ist völlig anders als ihre Vorgänger-CD "Jagged little pill". Nach drei Jahren präsentiert sich nun eine völlig neue Alanis Morissette, der der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist und die alles andere als kommerziellen Pop-Rock macht. Inspiriert durch die lange Pause experimentiert Alanis nun querbeet. Bereits mit sechs Jahren hatte sie die Musik für sich entdeckt und bekam Klavierunterricht. Drei Jahre später schrieb sie ihre ersten Songs, worauf 1988 die logische Konsequenz folgte: Alanis nahm ihre erste Single auf. Das durch Schauspielerei verdiente Geld wurde in die Produktion investiert, doch die Single floppte. Diese Niederlage entmutigte sie jedoch nicht und so folgten ihr zwei Alben ("Alanis" 1991, "Now is the time" 1992), die aber auch nicht zum Renner wurden. 1996 kam dann der große Durchbruch mit "Jagged little pill" und seit dem wurde sie mit Grammies und anderen Auszeichnungen geradezu überschüttet.

Mit ihrem neuen Album, das inzwischen gar nicht mehr so neu ist, ist sie nun endlich zurückgekehrt und es scheint als würde sie dort anknüpfen, wo sie aufgehört hatte. Denn obwohl die neuen Songs von den Kritikern als Hit-untauglich degradiert wurden, haben sich inzwischen bereits zwei Singleauskopplungen etabliert. "Thank U" war letztes Jahr schon der Superhit schlechthin und nun setzt sich auch "Joining you" immer mehr durch. Neben diesen beiden Songs, enthält die CD noch 15 weitere Titel und die Gesamtspielzeit beträgt sage und schreibe 72 Minuten. Diese 72 Minuten nutzt sie voll aus, um so ziemlich alle Stilrichtungen auszuprobieren. Man hört auf den ersten Ton, daß Frau Morissette sich keine Geldsorgen mehr zu machen braucht, denn ohne sich in eine Schublade pressen zu lassen wählt sie für ihre Texte Musikrichtungen wie es ihr gerade in den Sinn kommt. Auf ihrem neuen Album geben sich schnelle und langsame, aggressive und traurige, mystische und melancholische Stücke die Klinke in die Hand. Es läßt sich schwer beschreiben in welche Stilrichtungen die einzelnen Tracks streben, denn sie sind so vielseitig, daß sie eigentlich zu allen gehören und doch zu keinen zugleich. Es scheint als müsse für Alanis Morissette eine neue Stilrichtung definiert werden.

Es lohnt sich auf jeden Fall in dieses facettenreiche Meisterwerk beim nächsten Besuch in der CD-Abteilung reinzuhören und es dann konsequenterweise auch zu kaufen, denn auch wenn es nicht die Musik für alle Lebenslagen ist, ist sie durch ihre Extravaganz doch etwas ganz besonderes.

 

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Stand: 6 | 6 | 0 - Kunstschule miraculum -  miraculum@aurich.de