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NEONAZI-Szene
in Ostfriesland
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Erklärung der Antifaschistischen Aktion Aurich zur aktuellen Situation der Neonazi-Szene in Ostfriesland In den Nachrichten und Zeitungen gibt es immer häufiger Mitteilungen von gewaltsamen Übergriffen auf unsere MitbürgerInnen. Es sind bei weitem nicht immer Menschen ausländischer Herkunft, nein auch Schwule und Lesben sowie Andersdenkende werden immer häufiger Opfer von Gewalt! Die Politiker und die Polizei behaupten jedoch immer noch die Neonazi-Szene fest im Griff zu haben. Das ist mitnichten so: Die deutsche Neonazi-Szene ist äußerst aktiv, gut organisiert und sehr mobil. An jedem Wochenende finden im Land kleinere und größere Aufmärsche statt. Die Veranstalter mobilisieren per Handy und Internet, insbesondere unter Federführung der NPD und ihrer Jugendorganisation JN. Unter ihren Fittichen treten immer öfter die sogenannten Freien Kameradschaften in der Öffentlichkeit auf. Auf mehreren hundert Internetseiten verbreiten Neonazis ungehindert Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit in übelster Art. Darüber hinaus geht statistisch an jedem 2. Tag ein Konzert mit neofaschistischer Musik über die Bühne. Über ein breites Netz von Vertrieben und Labels (in Ostfriesland: „Moin Moin Records“ aus Leer) sowie Läden werden Videos, CD's, T-Shirts und andere neonazistische Utensilien vertrieben. Über lokale und überregionale Blätter, sogenannte Fanzines (im ostfriesischen Raum das „Moin Moin“ aus Leer) werden Informationen über Konzerte, CD's aber auch Aufmärsche verbreitet. Organisierte Neonazis haben früh erkannt, welchen Einfluss sie über Musik auf grosse Teile der Jugendlichen nehmen können. Es ist ihnen in einigen Regionen, insbesondere in ländlichen Gegenden bereits gelungen, die Jugendkultur zu dominieren. Dahinter steckt die Absicht, das Alltagsleben der Jugendlichen auf lokaler Ebene durch Inhalte, aber auch durch Drohungen und Gewalt gegen alle, die nicht ihrer faschistischen Meinung zustimmen, zu beherrschen. „Rechts sein“ wird zunehmend zum bestimmenden Lebensgefühl vieler Jugendlichen. Diese Entwicklung hat leider auch vor Ostfriesland nicht halt gemacht! Auch wenn die hiesige Polizei seit Jahren regelmässig beteuert, dass die Szene unpolitisch, unorganisiert, zerstritten und nicht gewalttätig sei, kann sie hiervor die Augen nicht mehr verschliessen! Denn Fakt ist: In einigen Dörfern Ostfrieslands gibt es eine offene rechte Skinhead-Szene. Sie bestimmt größtenteils das Leben an Dorfplätzen, Bushaltestellen und Parkplätzen von Einkaufszentren. So terrorisieren in Hinrichsfehn und Weener Skinheads die AnwohnerInnen sowie andere Jugendliche. Es gibt Neonazitreffen fast jedes Wochenende in Emden, Krummhörn, Uplengen, Wiesmoor, im Harlingerland, Weener, Aurich usw. mit bis zu 100 TeilnehmerInnen wie am 21.10.2000 in der Gaststätte Oldhues in Holterfehn. Hier treffen sich nicht nur die zum Teil sehr jungen rechten Skinheads aus der Region, sondern Neonazis aus ganz Deutschland. Es bestehen beste Kontakte zu NPD/JN, Kadern und anderen Neofaschistischen Gruppen. Trotzdem hält die hiesige Polizei es nicht für nötig einzugreifen, welche Folgen daraus resultieren können zeigte sich am 09.05.1993. Damals griffen 80-100 Neonazis, die sich von einem Treffen in Oldenburg auf den Weg machten das Jugendzentrum in Aurich an. An diesem Abend fand im Jugendzentrum Aurich ein „Fest der Kulturen“ statt an dem etwa 200 Besucher teilnahmen, darunter viele ausländische Familien. Es ist einer Gruppe von 15 Gästen zu verdanken, die an diesem Abend das Jugendzentrum verteidigten, dass die Neonazis nicht ins Jugendzentrum eindringen konnten. Überfälle auf Jugendfreizeithäuser, Angriffe auf nicht rechte Jugendliche, massive Drohungen gegen AusländerInnen und in der Flüchtlingsarbeit Tätigen sowie Schändungen jüdischer Friedhöfe wie zuletzt in Weener nehmen zu. An ostfriesischen Schulen wird zunehmend in den Pausen und Freizeiten neonazistische Musik, indizierte Cd's ausgetauscht und vervielfältigt. Immer öfter treten SchülerInnen im rechten Outfit auf, White Power, 88-T-Shirts (die 8 steht für den 8. Buchstaben des Alpha- bets = H = HH =Heil Hitler) sind keine Seltenheit mehr. Die Antifaschistische Aktion fordert deshalb eine konsequente Thematisierung aller Formen von Rassismus und Neofaschismus, vor allem unter den Jugendlichen. Dies alles kann und darf nicht nur der Polizei überlassen werden, sondern muss in allen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten erfolgen. Es ist höchste Zeit! Für eine freie, selbstbestimmte Jugendkultur! |