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von Mareke und Heike
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Reisebericht: KANADA
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Im grauen Sumpf der Abiturvorbereitungen drängt
sich einem irgend wann das Verlangen auf, doch wenigstens die Zeit danach
zu genießen, einfach weg zu fahren. Doch wohin? Und dann plötzlich der Lichtblick.
Verwandtschaft in Kanada. Ein Anruf genügt und schon ist der Flug gebucht.
Ein wahres Highlight im tristen Abiturientenalltag. Rund zwei Monate später
befinden wir uns dann in den für Ostfriesen unglaublichen Höhen eines Hochhauses
in Mississauga ( „kleine Vorstadt“ Torontos; 535.000 Einwohner). Wir sind
also mittendrin in Kanada, dem Land der großen Straßen, Häuser, Autos kurz
dem Land des Gigantischen. Weltenbummler für drei Wochen sozusagen. Wirklich
im Getümmel sind wir allerdings erst als wir Bekanntschaft mit Toronto machen,
der wohl amerikanischsten kanadischen Stadt. Wir finden uns als winzig kleine
Figuren wieder, die erschreckt im Bankenviertel Torontos stehen und nur
Gebäude und den Himmel direkt über uns sehen. Erschreckt übrigens besonders
durch die Vorstellung, dass diese Wolkenkratzer auf uns hinab falle n
könnten und uns wie kleine Ameisen für immer begraben würden. Abenteuer
pur also. Doch neben dem Bankenviertel bietet Toronto noch viele weitere
Erlebnisse. Zum Beispiel Supermärkte, unsere Begegnung der irgendwie anderen
Art. Hier realisieren wir nämlich schnell, warum Fettleibigkeit ein durchaus
kanadisches Problem ist. Vor lauter Sahnetorten wird uns nämlich beinahe
der Blick auf ein winziges Regal mit Grau- und Schwarzbrot verstellt. 10
Liter Eimer Eis und 5 Kilo Packungen Butter lassen das fettliebende Herz
darüber hinaus höher schlagen. |
Soviel zu unserer ersten und fast einzigen Negativerfahrung. Wahrhaftes Aufleben für Kleinstadt - Ostfriesen ist in den riesigen Einkaufszentren garan-tiert. Hier schlägt das Shopper - Herz wahrlich höher. Doch auch die Bildung kommt in dieser Stadt der Superlative nicht zu kurz. In der “Art Gallery of Ontario” können wir mal eben so eine Rembrandt-Ausstellung sehen und stundenlang fach-simpeln, in Chinatown Einblick in die chinesische Kultur erlangen und in einem Meer verschiedenster Gerüche baden, herrlich. Im Fort York erfahren wir dann Geschichte durch einen sehr netten Kanadier in Uniform, der es versteht alles sehr interessant und spannend zu erzählen. Als “Touri-Muss” preisen alle Reiseführer den CN-Tower. Also müssen auch wir dort unbedingt hin. Dank Beziehungen kommen wir sogar kostenlos rein und entscheiden folgendermaßen: Netter Ausblick aber wenn man den vollen Eintrittspreis zahlen muß ( 38 DM ), lohnt sich der Besuch nicht unbedingt. Ein absolutes Muss hingegen ist Toronto - Island, von wo man einen hervorragenden Blick auf die Skyline Torontos hat und das Casa Loma, das einzige Schloß Torontos. Es wurde von einem kanadischen Finanzier gebaut, der sich dadurch so weit verschuldete, dass er es wenige Jahre später verkaufen mußte. 50 Telefonanschlüsse hatte dieses Schloß in den ersten Jahren nach dem Bau. Die Telefonzentrale des Casa Loma hatte somit zur damaligen Zeit mehr zu tun als jene für ganz Toronto. Unbedingt erlebt haben muss man außerdem die Niagara - Fälle, ein Erlebnis der besonders nassen Art. Man kann den Wassermengen nicht einmal auf dem höchsten Aussichtspunkt entrinnen. Aber leider wollen wirklich unheimlich viele Menschen die Niagara- Fälle sehen. Das Kanada doch ein wenig anders ist merkt man besonders beim Bus fahren. So stoppen die Kanadier den Bus indem sie an einer Leine ziehen, die entlang der Fenster durch den ganzen Bus gespannt ist. Der absolute Gegensatz zu Toronto ist die kanadische Hauptstadt Ottawa. Hinaus aus dem Trubel und bunten Treiben der Großstadt und hinein in die Beschaulichkeit und Natur einer Kleinstadt die den Besucher in jeder Hinsicht zu locken versteht. Kanada ist also wirklich in fast jeglicher Hinsicht ein lohnendes Reiseziel. Aber eigentlich muß man dieses riesige Land mit dem Auto erkunden um auch die landschaftlich wunderschönen Ecken kennen zu lernen. |