Das ICA - Ein Thema, das zur Zeit zahlreiche Gemüter bewegt. Eine Sache also von starkem, öffentlichem Interesse, hervorgerufen vor allem durch die Demonstration von ICA-Gängern vor einigen Wochen und durch die häufige Berichterstattung der Zeitungen. Doch wessen Engagement ist dieser „Rummel“ zu verdanken? Wer also hat sich mit den Problemen des ICA auseinandergesetzt und ein Konzept entwickelt um diese Schwierigkeiten zu beseitigen?
             von Mareke, Anika und Merret

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V E N T I L hat sich auf die Suche ge-macht und ist dabei auf Herrn Berger, den neuen Stadtmanager der Stadt Aurich als einen der Entwickler dieses Konzepts gestoßen und auf Wiard Siebels, der als jüngstes Stadtrats-mitglied schnell für das Konzept zu begeistern war. Was die Auslöser für dieses Engagement waren, erzählten die beiden uns in zwei Interviews, die wir als Bericht zusammengefasst haben.
Als Herr Berger hörte, dass die Skater-halle geschlossen werden sollte, be-sichtigte er sie und war begeistert. An jenem Nachmittag, waren relativ viele Jugendliche da, so 80-120 hauptsäch-lich Jungen, die so Berger, diesen ganz tollen Sport betrieben, den er sonst nur auf der Straße gesehen hatte. Aber was ihn und später auch Wiard Siebels besonders fasziniert hat, war, dass Jüngere und Ältere rumfuhren, nichts passierte, niemand mit einer Trillerpfeife für Ordnung sorgte, dass alle sich vertrugen. Und es wurde kein Unterschied zwischen Skatern und Boardern gemacht, so dass Herr Berger mit dem Gedanken aus der Halle ging, was dieseJugendli-chen wohl machen würden, wenn die Halle geschlossen werden würde. Sie würden da wohl wie in anderen Städten auf die Straßen gehen und dort sehr schnell zum Ärgernis älterer Menschen werden. 
Bei seinem nächsten Besuch sprach er dann mit dem Manager der Skaterhalle, der ihm bestätigte, dass die Halle geschlossen werden sollte. Deshalb drängte sich ihm zwangsläufig die Frage auf, was man tun könnte, um eine Schließung zu verhindern. Nach längeren Gesprä-chen entwickelte er dann ein 15punk-tiges Programm, um die Halle zu ret-ten. Hierfür konnte er auch Wiard Siebels, den jüngsten Rat dieser Stadt, gewinnen. Für diesen war zwar von Anfang an klar, dass man nicht alle Leute für ein Thema wie das ICA be-geistern kann, dass jedoch die Ziel-gruppe in Aurich so stark vertreten ist, dass eine „Rettung“ durchaus reali-sierbar erscheint.
Von diesem Grundgedanken aus-gehend plante man, dass einzelne Konzeptpunkte von Aktions- und Arbeitsgruppen umgesetzt werden sollten. Einer dieser Punkte war z.B. die Demonstration, die, wie beide denken, ein breites Bevölkerungs-interesse geweckt hat und von den Jugendlichen ganz alleine organisiert wurde. Als man ihnen das Konzept vorstellte, haben sie es sinnvoll er-gänzt. 
Entscheidend war jedoch, dass man sich mit den Betreibern traf und ver-suchte, sie mit Hilfe des Konzepts, davon zu überzeugen, dass es eine Möglichkeit gäbe, das derzeitige Defizit von ca. 100.000 bis 120.000 DM pro Jahr zu minimieren, denn das ICA muss sich nur halbwegs tragen, um nicht geschlossen zu werden. Wiard Siebels war besonders daran gelegen, mehr als einen Aufschub zu erreichen, da man hierbei in seinen Au-gen nicht erwarten kann, dass großartig etwas pas-siert. Die Schließung kann seiner Meinung nach nur verhindert werden, wenn man akzeptiert, was bis dato falsch gelaufen ist, und sich damit auseinandersetzt, das Interesse der Öffentlichkeit weckt und auf-grund dieser Erkenntnisse in Zu-kunft aktiv dafür Sorge trägt, das ICA so optimal wie möglich zu gestalten. 
Doch eins steht fest, mit Skaten allein kann man die Halle definitiv nicht finanzieren. Deshalb ist es notwendig, sie auch anders zu nutzen, beispiels-weise durch Schulsport in der Halle, Ausbauen der Bandenwerbung und Aktionen wie Flohmärkte und Kon-zerte. Bei alledem ist ein Entgegen-kommen der Stadt unerlässlich, da z.B. die Halle bisher nur für 250 Per-sonen zulässig ist (aufgrund fehlender Fluchtmöglichkeiten). Die Initiatoren würden sich also wünschen, dass die zulässige Personenanzahl angesichts der großen Türen hochgesetzt wird und die Beschilderung im Bereich der Stadt ergänzt wird. 
Für Berger und Siebels steht jedoch fest, dass die Jugendlichen eine reelle Chance haben, die Halle zu behalten, weil sie das Zepter selbst in die Hand genommen haben. So sind sie beim Eintritt bezahlen ehrlicher geworden. Die meisten blieben nämlich den ganzen Tag und zahlten nur für eine Stunde.
Zudem sind die beiden der festen Überzeugung, dass mit gezielter Wer-bung an der Küste erreicht werden kann, dass Jugendliche mit ihren El-tern nach Aurich fahren und hier in die Halle gehen, während die Eltern mit ihrem Stadtbummel Geld in die Kassen der Stadt und der Geschäfte bringen. Auch überregional kann man mit der Skaterhalle werben. 
Eigentlich sehr gute Aussichten, die sich hoffentlich bewahrheiten, denn ein Fortbestand des ICA dürfte im Sinne aller sein. Wir für unseren Teil wünschen es uns zumindest.