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Viva Mexico cabrones! |
Nach einem Jahr Fiestas und Tequila bin ich
endlich wieder da in good old tschörmeni. Als ich vor drei Wochen am Flughafen Bremen
ankam, ist meine gesamte Familie trotz Winkens und "Ich bins,
David!"-gerufe, voll an mir vorbei gegangen. Erst als ich meiner Schwester einen
halben Meter gegenüberstand, wurde ihr klar, dass ich ihr verlorener Bruder war. Gleich
darauf hat sie dann auch meine Erziehungsberechtigten davon in Kenntnis gesetzt, und ,,la
Familia" war endlich wieder komplett. Auf der Fahrt nach Hause, war ich erstmal von
dem ganzem Grün und den ,,modernen" Autos beeindruckt. Da wo ich nämlich gerade
herkam, war Wüste um mich herum und den Autos fehlten meistens die Türen oder Scheiben.
Wieder zu Hause konnte ich endlich wieder in mein Zimmer gehen, meine Musik laut aufdrehen
und meine Schwester ärgern. Nun bin ich schon drei Wochen zu Haus und muß sagen, dass
ich das eigentlich alles hier sehr vermisst habe. In Mexico hatte ich immer so viel zu tun, dass ich, ob ihrs glaubt oder nicht, kaum einen Gedanken an mein ,,zu Hause" verschwendet habe. Mir ist jetzt klar geworden wie frei man sich in Deutschland als Jugendlicher bewegen kann und wie gut wir es in Aurich haben. In Ensenada, meiner dortigen Heimatstadt, wird man mit 17 noch wie ein Kind behandelt. Das heißt im Klartext, um zehn Uhr zu Hause sein, kein Alkohol und für eine Freundin war man ja sowieso noch zu jung. Das heisst allerdings nicht, dass man sich auch an alles halten musste. Man ist schließlich Austauschschüler und will sein Jahr genießen. Alles in Allem war es ein sehr erfahrungsreiches, abwechslungsreiches Jahr. Und ich habe viele neue Freunde aus allen Teilen der Welt kennen gelernt. Mit meinen besten Kumpels aus Dänemark (Simon,17) und Canada (Andrew,19), habe ich regelmäßigen Kontakt über das Internet. Wenn ihr jetzt Lust gekriegt habt, selbst für ein Jahr wegzufahren, kann ich nur raten euch mindestens ein Jahr vorher darum zu kümmern. Es gibt sehr viele Organisationen, die auch alle sehr unterschiedliche Preise und Möglichkeiten bieten. Als ich mir vor zwei Jahren zum ersten Mal darüber Gedanken gemacht habe, habe ich bei Bekannten, die Familie in den USA haben, nachgefragt ob da die Möglichkeit bestände, ein Jahr in den USA bei ihnen oder Bekannten zu verbringen. Als das dann nicht klappte, habe ich mich mit dem Auricher Rotary Club in Verbindung gesetzt. Ich dachte bis dahin, dass Rotary ein Club ist, der sich aus der Oberschicht zusammen setzt, und bei dem nur Mitglieder am Austauschprogramm teilnehmen können. Es war allerdings ganz anders. Nachdem ich und fünf andere Austauschanwärter bei den Rotariern vorgesprochen hatte, kam irgendwann der Brief mit der Mitteilung, dass ich für ein Jahr wegfahren darf. Ich hatte als Erstwunsch USA, dann Australien und zuletzt Mexico angegeben. Ich hatte fest damit gerechnet, in die USA zu kommen und als es dann Mexico war, musste ich erst einmal umdenken und Cowboys & Whiskey gegen Tequila & Sombreros eintauschen. Nachdem ich mir dann Reiseführer besorgt hatte wurde Mexico immer interessanter, und ich entschloss mich endgültig dort ein Jahr meines Lebens zu verbringen. Zur Vorbereitung musste ich erstmal über mich und meine Werte und Weltvorstellungen schreiben, eine Austauschorientation besuchen, Fragebögen ausfüllen, Arztbesuche machen, und dann alle Informationen in einer Mappe sammeln, und nach Mexico zu meinem gastgebenden Rotary Club schicken. Nach dem alles erledigt war, bin ich zu einem Treffen in Oldenburg aller werdenden Austauschschüler aus dem Weser-Ems-Gebiet gefahren. Dort haben wir wertvolle Informationen über unseren Austausch von ehemaligen und ausländischen Austauschschülern bekommen. Nach dem Treffen hatten wir schon mal einen Vorgeschmack, auf das was uns im Ausland erwarten würde. Ein halbes Jahr später war es dann so weit, Sachen gepackt und los gings. Das Jahr in Mexico war für mich eine tolle Erfahrung: Ich kann jetzt fließend spanisch und englisch sprechen, habe die mexicanische Lebensart und ihr Temperament kennen gelernt, bin durch das halbe Land gereist, habe bei drei verschiedenen Familien gelebt und Freundschaften mit Jugendlichen aus aller Welt in Ensenada und auf den Reisen geschlossen. Ich kann euch nur raten, ein Jahr ins Ausland zu gehen. Egal wo ihr hin kommt, ob es nun euer Traumziel ist oder nicht. Soviel Lebenserfahrung wie in diesem einen Jahr, könnt ihr nie wieder machen. Traut euch doch einfach. Andale Cabrones David Strauß |