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VIVA LA ARGENTINA!!
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Entschieden, diesen "Rotary-Austausch 98/99" zu machen, habe ich im Dezember97. Nach einigen Treffen aller Austauschschüler meines Distrikt 5 (Niedersachsen/Bremen), auf denen wir ein wenig auf' unser zukünftiges Austauschjahr vorbereitet wurden, ging es für mich am 13. August 98 ab nach Argentinien, in die 9,5 Mio.Stadt Cordoba. Ich muß sagen, daß die ersten zwei, drei Tage echt heftig waren. Heimweh-Heimweh-Heimweh. Alles war noch so fremd. Ich konnte die Sprache kaum verstehen und sprechen. Auch das argentinische Essen war ein großer Unterschied zu dem was ich bisher gewohnt war. Doch ab meinem erstem Schultag in der besten Klasse (45 Personen) der Welt ging alles nur noch bergauf Ich habe sehr schnell Freunde gefunden, die mir wahnsinnig geholfen haben, mich mit der neuen Sprache und Kultur zurechtzufinden. Gleich im September 98 wurde ich auf der Klassenfahrt nach Brasilien in die Klasse integriert. Wir hatten sehr viel Spaß zusammen in diesem paradiesischem Land, wo es noch jede Menge unberührte Natur zu sehen gibt. Exotische Vögel und Blumen, Wasserfälle (siehe Photo) und eigenartige witzige Kriechtiere wie z.B. der Ameisenbär oder die Riesenechse. Aber hier begegnete ich auch dem, was in Europa als Armut der dritten Welt bezeichnet wird. Die bittere Armut jedoch ,,live" zu sehen und zu erleben, ist etwas ganz anderes als aus Schulbüchern, Filmen oder in Zeitungen davon zu erfahren. Im November98, fand eine der genialsten Reisen meines Lebens statt. Die Rotary-Tour durch den wunderschönen Süden Argentiniens, durch Patagonien und Feuerland. Es war eine gigantische Erfahrung. und wir alle. Schüler aus der ganzen Welt, waren wie eine große Familie. Zusammen mit Japanern, Südafrikanern, Türken, Australiern, Neuseeländern, Finnen, Engländern, Nordamerikanern und Belgiern sahen wir Wale, Pinguine, riesige Gletscher, wunderschöne Nationalparks, die südlichste Stadt der Welt (Ushuaia), wo es sogar anfing zu schneien.
Nach dieser Tour begannen die großen Sommerferien Argentiniens. Anfangs habe ich viel Zeit mit meinen argentinischen Freunden im Swimmingpool, im Park, in Straßenkiosks und in der Sonne verbracht. Dann kam der 24. Dezember 98! Welcher Kontrast Hier in Deutschland der besinnliche Heilige Abend als Familienfest, dort in Argentinien die größte Party des Jahres. Ich verbrachte ihn im Swimmingpool, danach mit einem großem Essen. Dann wurde geknallert.
Anschließend wurden die Geschenke verteilt. Und dann bin ich als Höhepunkt des Tages zu einer Klassenfete gefahren, die bis um 7 Uhr. MORGENS tobte! !! Dadurch hatte ich an diesem besonderen Tag keine Heimweh-Atacke, die ich eigentlich vorausgesehen hatte. Sylvester 98/99 erlebte ich ruhiger mit meiner ersten Gastfamilie an der argentinischen Atlantikküste. Ich muß zugeben, da ich habe mehr als sonst an zu Hause gedacht. Nach den dreimonatigen Ferien und dem Familienwechsel hat der Schulunterricht schon mehr Spaß gemacht, denn ich hatte die Sprache zu sprechen und zu verstehen gelernt. Europa war fern. Vieles was dort vorging, hab ich nicht verstanden. Der Kosovokrieg hat uns europäische Austauschschüler in Panik versetzt, weil wir die Lage nicht einschätzen konnten. Denn in argentinischen Zeitungen und im Fernsehen wurde nur kurz und wenig ausführlich darüber berichtet. Ja, jetzt ab dieser gewissen Hälfte meines Jahres in Argentinien ging auch alles sehr schnell. Mit der zweiten Gastfamilie habe ich nicht so gute Erfahrungen gemacht, dafür war aber die dritte wieder genauso super wie die erste. In den letzten Wochen habe ich noch soviel wie möglich mit meinen argentinischen Freunden unternommen: Tanzen gehen (typisch argentinisch von 2-7 Uhr morgens), eine Abschiedsparty nach der anderen veranstalten, im Park sitzen, zum ,,Mate-Tee" schlürfen oder uns einfach nur zum Labern oder Abschiedsheulen treffen..
Heute, am 18.8.99, ist es ein Jahr her, daß ich meinen ersten argentinischen Schultag erlebte und all meine argentinischen Freunde, die Sympathie der Argentinier kennenlernte. Einen Monat ist es auch her, daß ichwieder in Aurich bin. Die ersten drei Wochen waren hart, es war schwer, mich wieder einzugewöhnen, und all meine argentinischen Freunde, die ich so liebgewonnen habe dort auf der anderen Seite des Ozeans, auf einem völlig anderem Kontinent zurückzulassen. Ich bereue es keinesfalls, die Entscheidung zu meinem einjährigen Schüleraustausch getroffen zu haben. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Welt mal von der anderen Seite anzusehen und zu erleben.
VIVA la ARGENTlNA por siempre ! !!