SCHWUL
von Wolle SCHIMPFWORT ODER LEBENSART ?

 

Für den, der es noch nicht weiß: Homosexualität ist die Liebe zum eigenen Geschlecht. Lesbische Liebe ist die Liebe zwischen zwei Frauen, schwule Liebe nennt man die Liebe zwischen Männern. Pädophilie ist die Liebe eines Erwachsenen zu einem Kind und Päderastie ist die Liebe eines Mannes zu einem Knaben.
Homosexualität und ihre Ausläufer gab es zu allen Zeiten. Im alten Griechenland war es Sitte, sich Hausjungen als kleine Freizeitbeschäftigung zu halten, im alten Ägypten hielt sich der Pharao minderjährige Hausjungen zum Spaßhaben, in alten römischen Dampfbädern bearbeiteten Lustknaben die alten Senatoren und im Mittelalter waren es die Maler, die von den zartgliedrigen Knabenkörpern angetan waren.
Sogar im Tierreich kann eine Art von Bisexualität vorkommen, wenn Männchen sowohl Männchen wie auch Weibchen "begatten" (was im ersten Fall zu keinem sehr befriedigenden Ergebnis führen dürfte).
Erst seit der Neuzeit werden Schwule immer weniger akzeptiert und toleriert.
Heute ist Schwul das schlimmste Schimpfwort, das man einem Jungen an den Kopf schmeißen kann. Auch gibt es mehrere verschiedene Ausdrücke, die die schillernde Seifenblasen-Welt der Schwulen beschreiben sollen, die aus dem Englischen zu uns herüberdiffundiert sind: "Gay" (engl., schwul, fröhlich, ausgelassen) oder "Queer" (engl., schwul, verkehrtherum). Lustige Umschreibungen für das plumpe Wort "Schwul", die diesem verhaßten Begriff ein wenig die Schärfe nehmen. Trotzdem bleibt der Sinn der gleiche: Ein plumpes Wörtchen, das jedem Jungen den Ruf morden kann.
Physische Gründe für Homosexualität wurden nie gefunden, aber psychische meint man entdeckt zu haben: War beispielsweise die Mutter der dominante Teil der Erziehungsberechtigten, kann es durchaus vorkommen, daß das Kind auch die Liebe zum eigenen Geschlecht von ihr erlernt, sozusagen "verweiblicht". Das meinte zumindest Verschaupsychoanalytiker Siegmund Freud.

Interessant am menschlichen Sexualverhalten pubertärer Minderjähriger ist auch, das Lesbischsein viel eher akzeptiert wird, als Schwulsein. Auch die Stellung der Mädchen gegenüber den Schwulen ist viel toleranter, als die der Jungen. Es ist, als fürchten sich die Jungen vor Schwulen, oder sogar davor, an sich selbst eine schwule Seite zu entdecken.
Sie übersehen dabei, daß es nur natürlich und menschlich ist, nicht aber krank. Schon im Elternhaus wird ihnen suggeriert, daß eine Mann-Frau-Beziehung das einzig Wahre ist, eine Mann-Mann-Beziehung allenfalls verboten, verpönt oder krankhaft.
Auch die Kirche sieht in den homosexuellen Beziehungen ein Problem, wie auch der Staat. So dürfen Schwule bis heute in Deutschland kaum heiraten, kommen nicht in den gleichen Genuß der Verheirateten.
Solch eine Denkweise ist natürlich sehr engstirnig. Warum sollten Schwule nicht heiraten dürfen, wenn sie es doch gerne wollen? Ist es nicht eine Verletzung der Menschenrechte, sie derart einzuschränken? Warum steht dem Partner nicht das gleiche Besuchsrecht im Krankenhaus zu, wie einer Partnerin? Warum können sich Schwule nicht zu den gleichen Konditionen versichern lassen, wie Verheiratete?
Wo ist das Problem? Vielleicht ist es ja tatsächlich so, daß der heterosexuelle Mensch eine unterschwellige Angst gegenüber Homosexuellen hat?
Warum reagiert man derart negativ auf Schwule - die haben einem doch überhaupt nichts getan. Nur weil sie anders sind? Dann müßte man ja alle Menschen absolut ablehnen, weil jeder für sich anders ist, als der Rest. Gerade das macht einen Menschen doch zu einem Menschen, zu einem Individuum. Warum also sollen Schwule keine Menschen sein, wie alle anderen?
Über dieses Thema sollen die nächsten Seiten berichten, es von allen Seiten ausleuchten und mal tiefer in die Materie eindringen, um aufzudecken: Was ist dran, am Mann?

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